Shadow of the Demon Lord

Ach du unheilige Sch ... !

Du lieber Gott! Hier ist wieder Dein hingebungsvoller Diener Rotze. Heute war es mir erneut vergönnt, in Deinem Namen dämonische Greuel vom Antlitz unserer Welt zu tilgen. Gepriesen seist Du in all Deiner Gnade, o Herr und deine herrliche Prophetin Astrid!

Die Gelegenheit zu dieser frommen Tat ergab sich fürwahr überraschend, denn eigentlich waren wir gerade dabei, einer ganz und gar weltlichen Entführung nachzugehen – Du erinnerst Dich sicher, es ging um die Kaufmannstochter Candice.

Nachdem wir im Dorf die doofe Dryade verbaumt hatten, stellten wir einige Nachforschungen zu Candice an. Wir erfuhren, dass sie und ihre Entführer sich in einem nahegelegenen Wald befinden dürften. Geführt von Jeannes und Lamoshs Fährtenlesekünsten, gelangten wir hurtig in die Nähe des Entführerlagers. Ein Zwerg namens Erzer (Hihi! Was für ein alberner Name!) hatte sich uns angeschlossen. Er scheint bislang einigermaßen rechtschaffend zu sein – auch wenn er ein Gottloser ist und … na ja, ein Zwerg eben. Wurst. Meine Wenigkeit holte jedenfalls die alten Diebesfähigkeiten hervor und kundschaftete schleichend das Lager aus. Bewacht wurde es von einem grobschlächtigen Schlägerheini, der sich die Zeit mit dem dummen Rumwerfen seiner Axt vertrieb. Zu meinem Schrecken erkannte ich seine Visage wieder. Er war einer der Bewacher vom widerwärtigen Haus des alten Moore gewesen! Doch ich hatte keine Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, denn hinter dem Häscher erblickte ich einen Höhleneingang, aus dem schwaches Licht drang. Dort musste Candice sein! Schnell und leise wie ein Pups im Wald schlich Dein Diener Rotze wieder zu den anderen zurück und berichtete.

Ich erschrak nicht wenig, als sich daraufhin Eamon in irgend so ein Hörnchen verwandelte, um ebenfalls das Lager zu erkundschaften. Das Eamon-Hörnchen gelangte unbemerkt in die Höhle, wo es vier Schlafplätze um ein Lagerfeuer erblickte. Auf einem saß gefesselt Candice, auf einem schlief eine alte Menschenfrau, die anscheinend zu den Entführern gehörte. Wem auch immer der vierte Schlafplatz gehörte, er war nicht anwesend. Außerdem erblickte das falsche Hörnchen noch ein Clockwork das einer Gargoyle mit Rotoren auf den Schultern ähnelte und irgendwie weggetreten auf einem Baum überm Lager hospitierte. Nachdem Eahörnchen der höchst erstaunten Candice in Zeichensprache unsere Absichten verdeutlicht hatte, nagte sie noch die Fesseln der feschen Kaufmannstochter lose und machte sich wieder aus dem Staub, um uns zu berichten.

Schnell fassten wir einen Plan, um die gegenwärtig schlechte Bewachung der Entführten auszunutzen: Eamon sollte erneut Hörnchenform annehmen und sich zurück in die Höhle trollen, um zunächst das alte Weib auszuschalten und uns dann ein Zeichen zum Angriff zu geben. Lamosh schlich sich auf den Hügel über der Höhle, um das Clockwork im Auge zu behalten. Der Rest begab sich leise in die Nähe des Axtlumpen und hielt sich in Bereitschaft. Leider mussten wir dabei Mika zurücklassen, weil er so leise war wie eine Ziegenherde, die Trompeten verschluckt hat.

Dann ging alles sehr schnell. Hörnchen verwandelte sich in Eamon und schlug die alte Brotspinne mit einem Kampfstab bewusstlos, Lamosh holte mit einigen gut gezielten Pfeilen das Uhrwerk vom Himmel und der Axtspacken beendete sein nutzloses Leben mit einem erstaunten Gesichtsausdruck – zum einen, weil seine Wurfaxt im Wurf plötzlich verschwand und auf magische Weise in Eamons Hand landete und zum andern, weil Erzer Ihn dann auf einen Streich entzwei schlug ¬– mit einer Axt. Die schiere Ironie! Hahaha!

Alles schien glatt glitschig gelaufen zu sein. Fineas umarmte Candice, erklärte seine Liebe zu ihr und rammte ihr sein Schwert in die Brust.

Wir waren von letzterem sehr überrascht.

Noch viel mehr überraschter waren wir allerdings von dem Umstand, dass Candice nun rote Augen bekam und eine Stimme, als hätte sie zu scharf gegessen. Ihre Hände verwandelten sich in Säbel mit denen sie Fineas zerriss. Dann brach eine schwarze, dämonische Abscheulichkeit aus ihr heraus, die uns Angriff. Aber mit vereinten Kräften und Deiner Hilfe, o neuer Gott, konnten wir sie schließlich in die Hölle zurückschicken, aus der sie gekrochen war. Ihre letzten Worte waren „Ich werde Euch nicht vergessen.“ Pfft. Mir doch egal. Schließlich ist sie ja tot, hehe. Dann platzte sie und wir tropften alle von schwarzem Glibber. Bäh.

An den Überresten von Fineas entdeckten wir noch die Tätowierung eines gehörnten Schädels – das Zeichen der Bruderschaft der Schatten. Dasselbe Zeichen, das wir auch an den beiden Männerleichen im Keller des Nekromanten entdeckt hatten. Geheimnisvoll. Rästelhaft.

Noch rätselhafter ist mir allerdings, wie wir Hernn Papi Kaufmann erklären sollen, was mit seiner Tochter Dämonenschwarzwittchen passiert ist. Zweifellos ist dies ein weiterer Test, mein großer Gott, für Deinen armen Diener Rotze. Ich nehme die Prüfung an.

Aber freuen muss ich mich darüber nicht, oder?

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Pasetti

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